Czech me out, Magento!

31.03.2016 um 21:45 Uhr – gepostet von in Messen / Veranstaltungen

Meet Magento Tschechien 2016 - Die seit dem Jahre 2008 ursprünglich nur in Leipzig/Deutschland stattfindende Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren auch international und sogar außerhalb von Europa bewährt, was nicht zuletzt durch die Gründung der Non-Profit Organisation Meet Magento Association e.V. beflügelt wurde. In diesem Jahr fand nach bekanntem Muster nun auch die erste Veranstaltung in unserem Nachbarland Tschechien, genauer in der Hauptstadt Prag statt. Ich wollte wissen, welche Bekanntheit Magento bei unseren Nachbarn hat und welche allgemeinen Herausforderungen der tschechische Markt im Bereich E-Commerce bietet.

Keynote von Ben Marks

Der Abgesandte des Herstellers der Open-Source-Lösung hat in Prag in seiner Keynote einen ausführlichen Einblick in die neuesten Entwicklungen und Zukunftspläne von Magento gegeben. Folgende Dinge wurden dabei thematisiert:

Permira ist neuer Eigentümer

Das ist zwar keine Neuigkeit, aber es war interessant zu hören, dass die Ablösung von Ebay und der Übergang zu Permira neue Kräfte freigesetzt hat. Ben benutzte Worte wie “explosive”, um die neue Energie zu beschreiben. Der neue Eigentümer schenkt dem Produktteam offenbar großes Vertrauen, sodass uns eine rosige Zukunft blühen dürfte. Ein erstes wegweisendes Signal war, kurz nach der Übernahme, die Veröffentlichung der seit Jahren erwarteten Version 2.0. Spontane Reaktion aus dem Publikum: “2 is great!”. Dazu aber später mehr.

Um das Publikum auf den Geist von Magento einzuschwören, unternahm Ben Marks einen kurzen Ausflug in die Historie von Magento. Es vielen Schlagwörter wie Varien, Roy Rubin, Yoav Kutner und OS-Commerce. Relativ schnell wurde der Bogen zu Magento 2 und den bevorstehenden Herausforderungen gespannt.

Das Vermächtnis von Ebay

Es wurde mehr als deutlich, dass die Zeit unter Ebay nach der anfänglichen Euphorie und dem Geldregen zahlreiche Probleme mit sich gebracht hat. Nachdem Permira das Schiff gekauft hat, wurde mit Mark Lavelle als CEO auch ein neuer Kapitän eingesetzt, welcher Magento “liebt” und dies auch öffentlich zum Ausdruck bringt. Man will gestärkt die zuletzt kritisierten Schwächen wettmachen. Auch die Mannschaft steht hinter dem System. Langjährige Mitarbeiter loben die neue Magento-Version als das “beste Magento aller Zeiten”.

Was steht auf der Agenda?

stärkere Community-Bindung

Die zuletzt vernachlässigte Community soll wieder stärker in die Entwicklung von Magento involviert werden. So landen laut Ben Marks wohl inzwischen sämtliche Pull-Requests bei echten Menschen und nicht mehr in einer diffusen Corporate-Wolke. Man verzeichnet bereits mehr Pull-Requests. Darüber hinaus gibt es rege Diskussionen zwischen der Community und dem Core-Team über neue Konzepte. Zusätzlich soll durch mehr Dokumentation ein besseres Verständnis für die Software aufgebaut werden.

technische Verbesserungen

Es wurde hervorgehoben, dass durch die Verringerung von Abhängigkeiten der Spaß an der Arbeit mit Magento wesentlich gesteigert wurde, weil man nicht mehr durch kleine Änderungen für Chaos im System sorgt. Die Architektur wurde aufgeräumt und endlich testbar gemacht. Weiterhin hat man sich einen Blogpost wohl sehr zu Herzen genommen, in dem nach Veröffentlichung der Beta von Magento 2 behauptet wurde, dass man wohl nie in der Lage sein wird, diese Lacks zu beheben. Mit vielen Anstrengungen hat man es wohl geschafft eine signifikante Verbesserung zu erzielen. Ein weiterer Meilenstein ist die komplette Überarbeitung des Checkouts, welcher in der Vergangenheit vielen Entwicklern zahlreiche graue Haare beschert hat, wenn der Kunde eben mal keinen “Standard” wollte. Laut Ben Marks wird es quartalsweise Veröffentlichungen von neuen Features geben. Man darf also gespannt sein.

Neu! Magento Connect

Das bisherige Magento Connect soll es in Zukunft nicht mehr geben. Man will auf mehr Qualität setzen und die bisherige Menge an Modulen drastisch reduzieren. Weiterhin sollen Redundanzen entfernt werden, sodass bspw. nur noch eine statt bisher 10 Facebook-Erweiterungen bereitgestellt wird. Die Quellcodes sollen auch bei Magento gehostet werden, sodass man Kontrolle über die Code-Qualität hat. Diese Vision des neuen Magento Connect hat Ben auf der Bühne präsentiert. Bleibt abzuwarten, wann das Ganze in die Tat umgesetzt wird. Der Ansatz erinnert ein wenig an http://de.nr-apps.com/store/. Das kann aber auch Zufall sein.

Trainingsprogramme

Die bestehenden Trainingsprogramme werden aktuell überarbeitet und man will wohl auch am Preismodell für Trainings einiges verändern. Die Kosten sollen drastisch reduziert werden, denn man hat laut Ben Marks wohl erkannt, dass schlecht ausgebildete

Lizenzmodelle für die Enterprise Edition

Die Lizenzkosten für die Enterprise Edition sind zwar insgesamt gestiegen, decken aber nun Anforderungen an verteilte Systeme ab, sodass nicht mehr pro Frontend-Server einen gesonderte Lizenz erstanden werden muss.

Open Source E-Commerce in Tschechien

Nach der Keynote folgten zahlreiche Vorträge zu Magento aber auch zu E-Commerce Themen allgemein. Dabei wurden Lösungen für die bekannten Themen Performance, Steigerung der Konversionen und zahlreiche weitere technische Themen vorgestellt und in den Pausen diskutiert. Unter den Ausstellern fanden sich einige Lösungsanbieter aber auch Agenturen sowohl aus Tschechien aber auch aus Polen wieder. Im Vergleich zu Deutschland ist Tschechien mit ca. 10 Millionen Einwohnern ein wesentlich kleinerer Markt, welcher dazu noch mit einer geringeren Kaufkraft ausgestattet ist. Aus diesem Grund schauen die tschechischen Agenturen natürlich auch auf die westlichen Märkte, angefangen in Deutschland bis in die USA. In den Gesprächen konnte ich feststellen, dass die Spezies Magento-Entwickler leider auch in Tschechien sehr selten ist.

Fazit

Für die erste Meet Magento in Tschechien kann man das Event als gelungen bezeichnen. Aufgrund des weltweit geübten Konzepts der Meet Magento Association e.V. konnte eine sehr professionelle Veranstaltung angeboten werden, welche sich hoffentlich im nächsten Jahr wiederholen wird. Genug Potenzial für weiterführende Themen und Diskussionen ist auf jeden Fall da.

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