"Have fun and happy sharing, my friend" - TYPO3Camp Mitteldeutschland

Veranstaltungsplan TYPO3 camp
Erstellt von Christian Riesche, 31.01.2018

Mit den TYPO3 Developer Days, der T3CON und einigen Barcamps gibt es eine Vielzahl von regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen rund um das Thema TYPO3. Allerdings fand keines dieser Events im mittleren Teil Deutschlands statt – bis jetzt. Vom 25. bis 27. Januar 2018 lud nun die TYPO3-Usergroup Dresden erstmalig zum TYPO3Camp Mitteldeutschland in die sächsische Landeshauptstadt ein. Im dortigen Hygienemuseum trafen sich Entwickler, Editoren, Administratoren und Vertriebler, um sich über die neuesten Trends und Entwicklungen rund um das beliebte Enterprise CMS auszutauschen.

Dabei folgt diese Veranstaltung dem Konzept der "Unkonferenz". Bei einem sogenannten Barcamp gibt es im Gegensatz zu einer klassischen Konferenz keine vorher festgelegten Speaker und Themen. Stattdessen organisieren die Teilnehmer selbst das Programm, welches neben Vorträgen vor allem auch durch die Diskussionen und den Erfahrungsaustausch Impulse bekommt. Dazu begann der erste Tag mit einer Sessionplanung, wobei Interessenten sich für Vorträge melden konnten. Anschließend begann gemäß dem Motto der Veranstaltung „Have fun and happy sharing, my friend“ der Wissensaustausch. So wurden spontan Vorträge gehalten, in denen Neuerungen vorgestellt oder Best Practices zu einzelnen Extensions präsentiert wurden, z.B. zu gridelements, forms, solr oder cart.

Vortrag auf dem TYPO3 Camp

In der Session "TYPO3 Kummerkasten und Sprechstunde" standen Core-Entwickler für Fragen und Probleme Rede und Antwort, was auch rege angenommen wurde. Darüber hinaus wurden die anstehenden Pläne zur Weiterentwicklung des CMS präsentiert. So ging Oliver Hader auf die Frage ein, wie zukünftig weitere Standardisierungen erreicht werden können und wie z.B. zusätzliche Symfony-Komponenten zum Einsatz kommen sollen. Zur aktuellen Version 8.7 LTS folgt TYPO3 bereits den PHP-Standard-Recommendations bis hin zum Standard PSR-7. Hier könnten demnächst weitere folgen.
Neben den bereits in Einsatz befindlichen Symfony-Komponenten sollen eventuell weitere für das Logging folgen. Es wird auch überlegt, die Extbase-eigene Dependancy-Injection durch die von Symfony zu ersetzen und weiterhin zukünftig vermehrt auf YAML als Auszeichnungssprache für Konfiguration zu setzen.
Als weitere Neuerung in TYPO3 9 LTS soll ein Routing-Mechanismus eingeführt werden, womit der Einsatz einer Extension wie realurl für das Generieren von sprechenden URLs entfallen wird.
Konferenzteilnehmer fragten weiterhin an, ob es Pläne für die Integration einer REST-API gibt. Dabei verwies Oliver Hader darauf, dass zunächst einmal ein einheitlicher Persistenz-Layer geschaffen werden soll und das Thema danach eine Überlegung wäre.

In der Diskussion gab es viele Rückmeldungen zum Thema Lokalisierungen. TYPO3 hat diesbezüglich ein großes Feature-Set, allerdings zeigen sich durch die Vielzahl von Möglichkeiten auch oft Inkonsistenzen oder Probleme bei der Redaktion durch weniger erfahrene Redakteure. Hier sollten in Zukunft neue Konzepte entwickelt werden. In TYPO3 9 soll in einem ersten Schritt die Datenbank-Tabelle pages_language_overlays entfallen und übersetzte Seiten sollen dann analog wie alle anderen Datensätze gehandhabt werden.

In weiteren Talks stellten auch andere Core-Teams Neuerungen aus ihrem Bereich vor, z.B. das Marketing- und Design-Team, das Zertifizierungs-Team oder das Dokumentations-Team.

Die Themen Cloud, Container und Continuous Integration stießen ebenfalls auf hohes Interesse. So präsentierte der Webhosting-Anbieter Mittwald seine Lösung für ein Docker- und Kubernetes-basiertes Cloudhosting-Setup. Weiterhin wurde ein Ansatz für Continuous Integration mittels Gitlab-CI präsentiert und Best Practices beim Einsatz von Docker gegeben.

In einer spontan angesetzten Art „Keynote“ wurde Mathias Schreiber, der CEO der TYPO3 GmbH, per Videokonferenz zugeschalten und hat aus dem Nähkästchen geplaudert.

Dass eine solche Veranstaltung in Mitteldeutschland bislang gefehlt hat, beweist auch die große Nachfrage - so waren sämtliche Tickets bereits im Voraus ausverkauft, wobei neben einigen aus ganz Deutschland angereisten Teilnehmern der Großteil aus Sachsen kam. Von daher ist davon auszugehen, dass es im kommenden Jahr eine Wiederholung geben wird.

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