Maker Faire Berlin Postbahnhof Berlin

Erstellt von Susan Sommerfeld, 12.11.2015

Nachdem die Maker Faire schon drei Mal in Hannover stattfand, konnten endlich Aussteller und Besucher die 4.Maker Faire auch in Berlin besuchen. Die Maker Faire ist ein Festival, welches Selbermachern und Experten die Möglichkeit bietet ihre kreativen Ideen zu präsentieren, sich mit anderen auszutauschen und zu vernetzen. Der spielerische Umgang mit Technik und die Förderung innovativer Ideen werden hier verknüpft. Während der Maker Faire wurden zusätzlich Workshops und verschiedene Vorträge für Besucher angeboten.

Ein Festival für Anfänger und Experten

Kevin, der Flammenwerfer, begrüßte die Besucher der Maker Faire gleich am Eingang. Ein ausrangierter Schiffscontainer, der geöffnet 9m hoch und 5m breit maß, warf mithilfe von Hydraulik Technik Flammen aus seinen Armen. Auf zwei Etagen präsentierten Querdenker, Technik Enthusiasten oder auch Schüler ihre Projekte. Das Hauptaugenmerk lag weitestgehend auf 3D Druckern und Laser Cutter Projekten. Die Projekte und Produkte luden zum Anfassen und Ausprobieren ein. So auch ein Weintrauben-Piano, sprechende Roboter die mit Kindern kommunizierten, Arduino-Basteleien, eine LED-Kletterwand oder blinkende Wearables.

3D-Drucker und Zubehör

Mehrere Stände boten zusätzlich 3D-Brillen (Handy + VR-Brille) an, durch die Kinder in andere Welten eintauchten und fasziniert durch die Gänge liefen. Mr Beam, ein Open Source DIY Laser Cutter und Eingravierer für Papier, Holz, Plastik und andere Materialien, welches durch das Crowdfunding kickstarter erst ermöglicht wurde, zeigte wie nur eine Laserdiode eine große Fläche bearbeitete. Hierfür konnte unter anderem das Material kraftplex® ein vielseitiges Holzblech, eingesetzt werden. Es besitzt die Fähigkeit, leicht und biegsam zu sein und es konnte gelasert und bedruckt werden. Es ist außerdem ein nachhaltiges und umweltbewusstes Material welches auch für 3D- Verformungen und Stanzungen eingesetzt werden kann. Vorzufinden sind die Endergebnisse dann im Innenausbau, Möbel-, Fahrzeug- und auch im Industriedesign oder gestanzt im Möbeldesign, Messebau oder als Raumteiler.

3D-Drucker druckten den eigenen Körper als Mini-Figur aus nachdem der Full Body Scanner (Shrinkster 3D-Scanner von Solidcraft) ein Abbild des Körpers an den Computer sendete. Textur und Farbnuancen können so exakt wiedergegeben werden. Doch nicht nur Körper druckten die 3D-Drucker. Zu sehen gab es auch Schmuck, kleine Boote, Gebäude oder ein T-Rex Kopf. Und für den Schulunterricht gab es schnelles 3D Drucken, welches Lego und 3D-Drucker miteinander verknüpfte. Besonderheiten unter den 3D-Druckern war der 3DOODLER von iGo3D, ein 3D-Drucker im Miniformat, mit dem in der Luft gezeichnet oder auf dem Tisch geplant werden konnte. Um 3D-Drucker optimal nutzen zu können, boten verschiedene Firmen Materialien in verschiedenen Farben an.

Verschiedene Workshops, die schon früh ausgebucht waren, boten an den richtigen Umgang mit Lötkolben oder 3D-Software zu lernen.

Mode und Technologie

Nicht zu vergessen die kleine Messe Meshcon, die auf dem Festival zeigte wie sich Mode und Technologie miteinander zusammenführen ließen. Will Power demonstrierte wie Finger sich vor einem Sensor eines Oberteils bewegen und sich dadurch wilde Muster zeichnen ließen. Shopping soll in den nächsten Jahren vereinfacht werden. Zukünftig senden Full Body Scanner gescannte Körpermaße an das System. Die gescannten Maße stimmen sich dann mit den regulären Größen ab und können vorrauschauend ermitteln, ob ein Kleidungsstück passt oder nicht. Perspektivisch gesehen sollen Körperscanner im Einzelhandel in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen. Falls kein Full Body Scanner zur Verfügung steht können Körpermaße auch manuell direkt ins Programm eingegeben werden.

Vorträge und Workshops

Vorträge rundeten das Programm ab. So auch von Mozilla Firefox. Hier wurde die Datensicherheit im Netz stark diskutiert. Michelle Thorne von Mozilla stellte fest, dass die persönlichen Daten einem viel zu hohem Risiko im Netz ausgesetzt sind. Werbung im Online Bereich sei beängstigend, da der User viel zu viel getracked werden würde. Der User verliere seine Privatsphäre, indem seine Informationen geklaut werden. „Aber es gäbe auch Hoffnung für das Netz,“ so Thorne. Der Nutzer müsse geschult werden, die Gesetze dementsprechend angepasst und alternative Produkte müssten zur Auswahl stehen. Als Option stellte sie Casa Jasmina - „understand the connected home“, vor. Ein Open Source System das hier zum Einsatz kommt. Um die Datensicherheit im Netz zu gewährleisten, fordert Thorne zusätzlich ein „do not track“ Dokument umso für Neutralität im Netz zu sorgen. Das Publikum wurde wie auch bei den Workshops dazu eingeladen bei den Vorträgen mit zu diskutieren.

Fazit

Insgesamt war die Maker Faire ein gelungenes Festival in Berlin, welches junge Tüftler und Bastler mit Kennern zusammentreffen ließ. Und auch wer kein großes Know-How in der Technik Welt besaß konnte sich bei Vorträgen mit einbringen und bei Workshops viel dazu lernen.

Weiterführende Links zur Maker Faire:

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