re:publica 2015: Berlin wird für drei Tage zum Hub für die digitale Avantgarde

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Erstellt von Jan Peterskovsky (Digital Business Consultant), 15.05.2015

850 Speaker aus 60 Ländern, insgesamt 500 Stunden Programm verteilt auf 17 Bühnen – die re:publica hat sich seit Gründung 2007 zur wichtigsten Konferenz für die digitale Gesellschaft in Europa entwickelt. Das Themenspektrum ist breit: von Netzpolitik über technologische Innovationen bis hin zu Digital Culture ist für jeden etwas dabei. So kamen vom 5.-7. Mai auch rund 7000 Teilnehmer aus aller Welt in die STATION in Berlin-Kreuzberg – ein neuer Besucherrekord!  

re:publica - die etwas andere Konferenz

Angesichts des vollen Programms konnte ich es nicht erwarten, das ehemalige Postbahnhof-Gelände am Morgen des 5. Mai zu betreten. Gleich zu Beginn ist klar: das ist nicht, was man üblicherweise von einer internationalen Konferenz erwartet. Bratwurstgeruch und wummernde Techno-Beats kommen mir entgegen. Gutgelaunte Menschen auf Liegestühlen blinzeln bei Club-Mate der Sonne entgegen. Mehr Festival-Feeling also. 

Die entspannte Atmosphäre stand dem seriösen Charakter der Konferenz jedoch nicht entgegen. Etliche hochspannende Workshops, interessante Vorträge und Diskussionen lagen vor mir. Meine Quintessenz nach drei Tagen re:publica: Das Innovationspotential der Digitalisierung ist noch größer als zuvor gedacht. 

Überrascht hat mich etwa die Geschwindigkeit, mit der Entrepreneure außerhalb Europas und den USA die Digitalisierung vorantreiben. Im Rahmen des GIG (Global Innovation Gathering) trafen Unternehmer und Innovatoren aus Ägypten, Brasilien, Kenia, Madagaskar, Nigeria, Kolumbien und vielen weiteren Ländern zusammen. Von Südamerika bis Afrika sprießen derzeit neue Startup-Hubs, Maker-Spaces und Innovation-Labs wie Pilze aus dem Boden.

Dabei entstehen hochinnovative Lösungen, unter anderem im Bereich Bildung, Stadtentwicklung und Gesundheit. Flächendeckendes mobiles Internet und gute Wirtschaftsprognosen haben dafür gesorgt, dass die Region südlich der Sahara bereits als „Silicon Savannah“ gilt. Die digitale Revolution ist also nicht nur bei uns in aller Munde.

Gute Nachrichten für Journalisten

Ein deutsches Topthema: die Medienkrise im Zuge der Digitalisierung. Aber auch hier sind gute Nachrichten zu vermelden. Prof. Stephan Weichert, Dr. Leif Kramp und Dr. Annika Sehl stellten auf der re:publica ihre aktuellen Studienergebnisse zum digitalen Journalismus vor. Die Medienwissenschaftler hatten unter anderem untersucht, inwieweit die Technisierung in den Redaktionen vorangeschritten ist, welche Rolle die Teilhabe des Publikums in den sozialen Medien spielt und wie es um Innovations- und Veränderungsbereitschaft unter Printjournalisten steht.

Die repräsentativen Ergebnisse lassen aufhorchen: Die Digitalisierung des Journalismus wird in den Redaktionen mittlerweile überwiegend als Chance begriffen. „Die Jahre der Larmoyanz scheinen vorbei. Unsere Befunde zeigen, dass in den Redaktionen wieder die Zuversicht steigt“, so Prof. Stephan Weichert. Eine besondere Rolle kommt dabei den sozialen Medien zu. Dr. Leif Kramp ergänzt: „Wer seine Bereitschaft steigert, das Publikum konsequent in den journalistischen Kreativ- und Produktionsprozess einzubeziehen, ist für die digitale Zukunft gewappnet.“

Digitale Transformation als Zukunftsgarant

Apropos digitale Zukunft: Reed Hastings, CEO des Streaming-Giganten Netflix sagte auf der re:publica das Ende des bisherigen Fernsehens voraus: „Wir werden über die nächsten 20 Jahre einen stetigen Rückgang des linearen Fernsehens erleben. Stattdessen wird Internet-TV mit jedem Jahr größer werden.“ Der Firmenchef gab neben Werbung in eigener Sache (Netflix Deutschland ging im September 2014 an den Start) Einblicke in den Alltag eines digitalen Großentscheiders zwischen Innovationwille und Risikoabwägung. 

Worin sich Konzernchefs, Wissenschaftler und Weltverbesserer einig waren: Die Digitalisierung wird zum Schlüssel für unsere wirtschaftliche, mediale und gesellschaftliche Zukunft. Für genug Gesprächsstoff nach den offiziellen Veranstaltungen war also gesorgt. Daneben konnten sich Teilnehmer und Speaker bei Konzerten und Partys bis in die Nacht austauschen und vernetzen. Ganz nach dem Motto der re:publica: „The Conference. The Event.“ Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!

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